Weihnachten in aller Welt

Weihnachten in Asien

In Asien ist Weihnachten keins der traditionellen Feste. Aber die Globalisierung macht es möglich, auch hier wird inzwischen das Weihnachtsfest gefeiert.

Asien ist eigentlich kein klassischer Weihnachtskontinent, denn das Christentum – das ja die Grundlage für das Weihnachtsfest ist -, ist hier nicht sehr weit verbreitet. Die meisten Menschen, die in Asien leben, sind (mit Ausnahme von Russland) in erster Linie Buddhisten oder Hinduisten oder gehören einer anderen Religion an. Es ist also eine ganz natürliche Sache, dass man das Weihnachtsfest hier eigentlich gar nicht kennt und dementsprechend nur selten feiert. Durch christliche Einwanderer, teilweise aber auch durch die Globalisierung, durch die Trends auch in andere Länder gelangen, gibt es aber auch in Asien mittlerweile hin und wieder Weihnachtsfeierlichkeiten. An dieser Stelle wollen wir die einzelnen Länder mit ihrem Weihnachtsfest – oder ihrem Weihnachtsfestersatz – einmal genauer unter die Lupe nehmen.
Armenien im Vorderen Orient hat mit seiner armenisch-apostolischen Kirche eine recht starke, christliche Gemeinschaft. Schon am Tag vor Weihnachten, das hier am 6. Januar stattfindet, feiert man hier einen Abendgottesdienst, der auf das Fest einstimmt. Die Heilige Messe ist sehr prunkvoll gestaltet und gilt als Beginn der Weihnachtsfeierlichkeiten. Kerzenlicht spielt beim armenischen Weihnachten eine wichtige Rolle: Die Besucher der Kirche halten Kerzen oder Öllampen in ihren Händen und lassen auch zu Hause die ganze Nacht ein Licht brennen. Damit soll an den Stern erinnern, der in der Nacht von Christi Geburt den Heiligen Drei Königen den Weg wies. Am eigentlichen Weihnachtstag ziehen insbesondere junge Menschen singend von Haus zu Haus und bekommen dafür kleine Geschenke.
Weiter im Osten liegt Bangladesch, indem das Christentum zwar nicht der Hauptglaube ist, dennoch ist Weihnachten dort ein gesetzlicher Feiertag. Auch in Georgien und Indonesien wird Weihnachten gefeiert, allerdings gibt es dort keine besonderen Bräuche. Lediglich 8 % der Einheimischen sind dort nämlich christlich. Etwas Besonderes ist das Weihnachten dort dennoch, denn auch die nichtgläubigen Einheimischen feiern gerne mit. Auch im Libanon geht es ähnlich zu. Zwar sind die meisten Libanesen muslimisch, dennoch feiern zwei Drittel von ihnen Weihnachten mit ihren christlichen Freunden mit. Sie dekorieren mit viel Leidenschaft ihre Häuser, stellen Christbäume und Krippen auf. Zum Weihnachtsessen gibt es teilweise lokale Spezialitäten, aber auch internationale Weihnachtsgerichte wie den Truthahn.
Überraschend dürfte es für manchen sein, dass auch die Inder sehr gerne Weihnachten feiern. Für sie ist es allerdings kein religiöses Fest, sondern mehr ein Trend, der aus Amerika hierher kam. Dementsprechend spielen Geschenke und üppig geschmückte Weihnachtsbäume eine große Rolle. Gebracht werden die Gaben natürlich von Santa Claus. Sogar Weihnachtsferien gibt es, in denen die Feierlichkeiten kontinuierlich bis zur Neujahrsfeier andauern. Christliche Gläubige besuchen in Indien den Gottesdienst, außerdem gibt es christliche Schulen, in denen auch hinduistische Kinder am Krippenspiel und Weihnachtsbasteleien teilnehmen.
Ähnlich verhält es sich auch in China. Hier ist Weihnachten kein gesetzlicher Feiertag, so dass Christen das Fest nur privat feiern können. Eine Ausnahme bilden Hongkong und Macao, da beide Städte einmal europäische Kolonien waren, denen die christliche Kultur daher gut vertraut ist. Doch unabhängig vom Ort fällt auf, dass weihnachtliche Dekorationen in immer öfter in den Städten auftauchen und immer mehr Chinesen Weihnachten feiern. Wie in Indien ist der Hintergrund hier nicht religiös orientiert, sondern kommt vom Vorbild Amerika. Eine glücklichere Fügung gibt es hinsichtlich des Feiertags in Taiwan. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass der 25. Dezember dort ein Feiertag ist, der dann von vielen Menschen für das Weihnachtsfest genutzt wird. Da es in Taiwan viele Feiertage gibt, ist Weihnachten dort allerdings nicht arbeitsfrei.
In Südkorea spielt Weihnachten eine wesentlich gewichtigere Rolle. Es ist sogar das einzige Land in Ostasien, in dem Weihnachten wirklich ein offizieller Feiertag ist. Selbst Koreaner, die nicht christlich sind, stellen Weihnachtsbäume auf, verschicken Weihnachtskarten und feiern mit ihren Kindern Bescherung. Die Geschenke kommen vom „Großvater Santa“, außerdem laufen den ganzen Tag über Weihnachtsmusik und Weihnachtsfilme in Radio und Fernsehen. Die richtige Stimmung kommt durch weihnachtliche Dekoration in Geschäften auf. Christliche Koreaner besuchen zusätzlich zu den eigentlichen Feierlichkeiten noch einen speziellen Gottesdienst. Sie sind vor allem bei jungen Menschen beliebt, da der Gottesdienst Gemeinsamkeit und Kameradschaft symbolisiert. Anschließend wird die Gemeinde von älteren Gemeindemitgliedern zum Essen eingeladen.
Wie in China und Korea haben auch die Japaner den „Trend“ Weihnachten aufgegriffen und feiern ihn jedes Jahr mit großer Leidenschaft. Hier ist Weihnachten in erster Linie ein kommerzielles Fest und kein offizieller Feiertag. Der Weihnachtsmann bringt die Geschenke, hat ansonsten aber keinen richtigen Stellenwert – in der japanischen Kultur haben andere, Jahrtausende alte Figuren, mehr Bedeutung. Dementsprechend gibt es einige gravierende Unterschiede zum Weihnachtsfest in der westlichen Welt. So ist Weihnachten für Japaner die ideale Gelegenheit, um auf Partys zu gehen oder neue Menschen kennen zu lernen. Nur Verliebte beschenken sich und gehen gemeinsam auf romantisch geschmückten Straßen spazieren. Das japanische Weihnachtsfest erinnert also eher an einen amerikanischen Valentinstag, zumal die Feier mit der Familie auf das wesentlich wichtigere japanische Neujahrsfest fällt. Eine ungewöhnliche und hierzulande fremde Tradition ist in Japan die Weihnachtstorte. Es handelt sich dabei um eine weiße, mit Erdbeeren verzierte Torte, die dem Christkind als Geburtstagsgeschenk dienen soll.
Das erste Weihnachtsfest feierten in Japan übrigens schon um 1600 niederländische Kaufleute. Allerdings war es in Japan erst einige hundert Jahre später erlaubt, überhaupt den christlichen Glauben auszuüben, so dass seitdem auch Weihnachtsmessen gefeiert werden durften. Die japanische Oberschicht war dann der erste Teil der Gesellschaft, der die amerikanischen Weihnachtsbräuche übernahm. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Weihnachtsfeierlichkeiten verboten, in den 1960er Jahren erhielten sie dann wieder neuen Aufschwung. Neben der Freude an diesem Trend feiern die Japaner Weihnachten aber auch aus Achtung und Rücksichtnahme: Wie bei vielen religiösen Festen feiern sie Weihnachten als Ehrbezeugung gegenüber fremden Religionen und Göttern.
Auf der Weihnachtsinsel wird übrigens leider kein Weihnachten gefeiert.

Weihnachten in Asien wurde am 2013-08-22 veröffentlicht und zuletzt geändert am 2013-08-24.
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